Waffeln
das original Rezept
Man treibt 1⁄4 Pf Butter schaumig ab dan schlägt man6 Eigelb 1 nach den andern 1⁄4 Pf Mehl u 1⁄2 Quart sauren Rahm zu jeden Dotter etwas Mehl u. Rahm, dan schlägt man von 4 Eier einen Schnee gibt ihn langsam hinein, Zucker und Zimt nach belieben.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 140 g Butter zimmerwarm
- 6 Eigelb
- 140 g Weizenmehl
- 130-135 ml Sauerrahm
- 4 Eiweiß
- 30-60 g Zucker
- 1/2-1 TL Zimt
Zubereitung:
- Butterabtrieb: Butter schaumig rühren (2–3 Minuten). Eigelbe einzeln unterrühren.
- Mehl & Sauerrahm einarbeiten: Mehl und Sauerrahm abwechselnd zum Abtrieb geben, nur kurz zu einem glatten Teig rühren. Zucker/Zimt nach Geschmack zufügen. (Nicht überrühren – sonst werden die Waffeln zäh.)
- Eischnee unterheben: Eiweiß steif schlagen und in 2–3 Portionen locker unterheben. Optional: Teig 10 Minuten ruhen lassen.
- Backen: Waffeleisen vorheizen und leicht fetten. Pro Waffel 2–3 EL Teig einfüllen, bei mittlerer Hitze goldbraun backen. Auf einem Gitter kurz ausdampfen lassen – so bleiben sie außen knusprig.
Anmerkungen:
Das „Quart“ im Rezept ist das altbayerische Viertelmaß (¼ Maß) mit ≈ 0,267 l.
Das Freisinger Waffelrezept entspricht süddeutsch-österreichischen Waffelrezepten des 19. Jahrhunderts; Katharina Prato führt nahezu identische Butter-/Obers-Waffeln (mit Eischnee) in „Die süddeutsche Küche“.
Gerätegeschichte: Das häusliche Waffeleisen wurde im 19. Jahrhundert populär; 1869 erhielt Cornelius Swartwout ein US-Patent fürs Herd-Waffeleisen – sinnbildlich für den Übergang vom offenen Feuer zum Herd.
Serviervorschlag: Puderzucker, Apfelkompott oder eingekochte Sauerkirschen passen hervorragend – alles zeittypische Begleiter.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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