Kalter Punsch
das original Rezept
von 3 Orangen u. 3 Zittronen die Schalle fein abgeschält mit 4 Pfgeläuterten Zucker u. 1⁄2 Fl. Rheinwein übergoßen u.12 St. stehen laßen dan wird der Saft von 3 Zittronen1⁄2 Fl. Arack 4 Fl. Rheinwein dazu gegoßen, dieß gibt6 Fl. Punsch solcher kann auch warm gekocht geben werden nur muß der Wein erwärmt nicht gekocht werden.
das heutige Rezept
Zutaten:
Zitrusmazerat:
- 2 Bio-Orangen, Schalen
- 2 Bio-Zitronen, Schalen
- 150 ml Weißwein trocken
Punsch:
- 2 Zitronen, Saft
- 1,5 l Weißwein trocken
- 150-200 ml Batavia-Arrak oder guter weißer Rum
- 500-600 ml Läuterzucker
- 200-400 ml Wasser kalt, zum Abrunden
Zubereitung:
- Zitrusschalen ansetzen: Orangen- und Zitronenschalen mit 150 ml Wein in ein Schraubglas geben, verschließen und 12 Stunden kühl ziehen lassen.
- Läuterzucker kochen: 300 g Zucker mit 300 ml Wasser kurz aufkochen, 1 Minute leise köcheln, abkühlen lassen. (Für süßeren Punsch nimm 350–400 g Zucker auf 350–400 ml Wasser.)
- Mazerat abseihen: Schalen herausfiltern (Feinsieb/Filter). Den aromatisierten Wein ins Serviergefäß geben.
- Mischen & abschmecken: Zitronensaft, restlichen 1,35 l Wein, Arrak, 500–600 ml Läuterzucker zugeben. Kalt stellen. Mit kaltem Wasser (200–400 ml) fein einstellen: Der Punsch soll frisch, zitrisch und spürbar süß sein, aber nicht sirupartig.
- Servieren: In eine Bowle mit Eis gießen, gründlich umrühren. In gut gekühlte Gläser abseihen.Warm servieren (Originalhinweis): Wein nur erwärmen, nicht kochen, sonst verfliegt Alkohol & Aroma – genau das sagt der Text („der Wein erwärmt, nicht gekocht“).
Anmerkungen:
Süßegrad: der damalige Punsch war deutlich süßer. Unsere Hausvariante nutzt weniger Sirup; wer originalgetreu trinken mag, erhöht den Läuterzucker.
Arrak statt Rum: Arrak bringt würzige Tiefe (heute nicht überall erhältlich; Rum funktioniert genauso).
Zitrus-Technik: Das Mazerieren der Schalen in Wein löst Öle (ähnlich moderner oleo-saccharum-Idee, hier jedoch in Wein statt im Zucker).
Kalt vs. warm: Der Text erlaubt beides; für warmen Punsch nur sanft erwärmen, nicht kochen.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
Fotos unserer Hobbyköche:
Zeig uns, wie Du dieses Gericht nachgekocht hast!
Du musst angemeldet sein, um Fotos hochladen zu können. Anmelden


