Hobelspän
Schmalzgebäck-Streifen
das original Rezept
Mit 2 Eierweiß u. einer Welschnußgroß Buttermit Mehl u. ein wenig Salz wirkte man einenTeig walkt ihn aus u läßt ihn abtrocknen, danrädelt man 2 fingerbreite Streife davon bäcktsie schön gelb im Schmalz u. bestreut sie mit Zucker.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 2 Eiweiß
- Butter walnussgroß 25-30 g, zerlassen
- 150-180 g Weizenmehl nach Bedarf bis ein glatter, fester Teig entsteht
- 1 Prise Salz
- Schweineschmalz oder neutrales Frittierfett
- Zucker oder Puderzucker zum Bestreuen
Zubereitung:
- Teig: Eiweiß kurz verrühren, Butter und Salz untermischen. Mehl einarbeiten und 2–3 Minuten kräftig kneten, bis ein glatter, eher fester Teig entsteht. Abgedeckt 20 Minuten ruhen lassen.
- Ausrollen & Antrocknen: Teig auf wenig Mehl sehr dünn (2–3 mm) ausrollen. Die Platte 10–15 Minuten antrocknen lassen – das gibt später extra Knusper, wie im Original („… auswalken und abtrocknen“).
- Schneiden: Mit dem Teigrädchen 2 Finger breite (ca. 2–2,5 cm) und 8–10 cm lange Streifen schneiden.Option „Schlaufe“ (sehr verbreitet): In jeden Streifen mittig einen Schlitz schneiden und ein Ende hindurchziehen – formstabil beim Frittieren.
- Frittieren: Fett/Schmalz auf 170–175 °C erhitzen. Streifen portionsweise 30–60 Sekunden pro Seite goldgelb backen. Auf Küchenpapier gut abtropfen lassen.
- Fertigstellen: Noch lauwarm mit (Puder-)Zucker bestreuen. Am selben Tag sind sie am knusprigsten.
- Tipp: Das Original sagt nur: „… mit Mehl und wenig Salz wirkt man einen Teig …“ – die Mehlmenge richtet sich nach der Bindung der 2 Eiweiße. Mit 150 g starten, bei Bedarf esslöffelweise Mehl zugeben, bis der Teig fest, elastisch und gut ausrollbar ist.
Anmerkungen:
Gleichnamig – anderes Gebäck: Im Buch auf Seite 83 gibt es bereits „Hobelspäne“ als dünn gebackene Mandel-Zitronen-Röllchen (Hippen-artig). Dieses Rezept hier bezeichnet frittierte Teigstreifen – regional auch „Räderkuchen“ genannt.
Verbreitung: Die frittierte Version gehört zur großen Familie der Faschings-/Karnevalsgebäcke (dünn ausgerollte, in Fett gebackene Streifen), mit Verwandten wie den deutschen Räderkuchen/Flecken oder den polnischen Faworki/Chruściki.
Servieren: Klassisch mit Zucker (gern Zimt-Zucker) bestreuen. Wer mag, aromatisiert den Teig modern mit 1–2 TL Rum/Wodka (fördert Blasenbildung).
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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