Brösltorte
Zitronen-Zimt-Butterkuchen
das original Rezept
Man nimt 1 Pf Butter 10 Lth feines Mehl 6 Lth. Zucker 3 Eier etwas Zittron u. Zimt mache daraus einen Teig formire eine Torte, u. backe sie langsam im Rohr.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 500 g Butter zimmerwarm
- 175 g Mehl fein
- 100 g Zucker
- 3 Eier
- 1 Bio-Zitrone Abrieb
- 1 TL Zimt
- 1 Prise Salz optional
- Butter für die Form
Zubereitung:
- Form & Ofen: Springform dünn buttern. Ofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen
- Teig zubereiten: Butter und Zucker sehr cremig rühren (3–5 Min.). Eier nacheinander einarbeiten, dann Zitronenschale, Zimt (und Salz) zugeben. Mehl kurz unterrühren, bis eine dickcremige Masse entsteht.
- Kuchen formen: Den Teig in eine runde Kuchenform geben. Oberfläche glätten. 15–20 Minuten kalt stellen (hilft beim „Setzen“ des sehr butterreichen Teiges).
- Backen: Bei 160 °C 45–60 Min. hell gold backen; der Rand soll gesetzt, die Mitte nur noch leicht weich sein.
- Anrichten: In der Form auskühlen lassen, dann lösen. In Stücke geschnitten servieren. (Warm ist die Torte sehr mürb.)
Anmerkungen:
Der Name „Brösltorte“ weist im altösterreichisch-süddeutschen Raum auf mürbe, leicht bröselnde Teige hin; parallel existieren zahlreiche Brösel-Teige und Brösel-Kuchen, bei denen (Semmel-)Brösel oder Nüsse eine Hauptrolle spielen – prominent dokumentiert in Katharina Pratos Standardwerk „Die süddeutsche Küche“.
Auffällig am Freisinger Rezept ist das extreme Butter-zu-Mehl-Verhältnis – deutlich fetter als spätere, Mürbteige. Die Anweisung „langsam im Rohr“ stützt die Idee eines behutsam getrockneten, sehr mürben Butterkuchens.
Servieren: Zimmertemperatur für maximale Mürbe; pur oder mit Staubzucker. Da kaum Zucker im Teig steckt, passt auch leicht gezuckerte Schlagrahm oder eine säuerliche Konfitüre (Johannisbeere).
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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