Wörsichwüstlein
Wirsingwürstchen
das original Rezept
Siede u. wiege den Würsching ganz klein, rühre Buttermit Eir ab, alles nach dem man nöthig hat, Salz, Mus-katnuß u. Reibbrod mache es gut ab, dan forme kleine Würstlein, kehre sie in Reibbrod um, backe ie im heißen Schmalz, noch besser ist’s wenn man kalten Brattendarunter wiegt, will man von bloß gewiegten Fleischeine machen, so muß das Reibbrod mit siedender Milch angegoßen werden u abgeröstet, dan wird der Butter u Würsching weglaßen, daß nämliche ist es bei Fleischbavesen statt das man Würste formt macht man den Teig leichterstreicht es auf ein dünes weißes Brod u backt s. Man kann sie auf jedes Gemüß geben zur Beilage.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 400 g Wirsing
- 1 EL Butter
- 2 Eier
- 4 EL Semmelbrösel
- Salz
- 1 Prise Muskatnuss
- Schmalz zum Backen
- 200 g kalter Braten optional
Zubereitung:
- Wirsing vorbereiten: Den Wirsing in leicht gesalzenem Wasser sieden, bis er weich ist (ca. 5–7 Minuten), abkühlen lassen und grobe Blattstrünke ganz klein wiegen. Optional erkaltete Bratenreste (fein gewiegt) hinzufügen, falls gewünscht.
- Masse rühren: Butter in einer Schüssel schaumig rühren, Eier dazugeben und gut verrühren. Gewiegten Wirsing, Semmelbrösel, Salz und Muskatnuß untermischen. Alles gut abkneten, bis eine formbare Masse entsteht.
- Würstlein formen: Kleine Würstlein (ca. 5–7 cm lang) formen, in Semmelbrösel wenden.
- Würstlein backen: Schmalz heiß machen (ca. 170–180 °C, ein Holzstäbchen sollte Blasen werfen). Würstlein ins heiße Schmalz legen und gelb backen (ca. 2–3 Minuten pro Seite). Herausnehmen und abtropfen lassen
- Anrichten: Würstlein auf eine Schüssel legen. Zum Beispiel Kraut, Karotten oder Erbsen als Beilage geben und heiß anrichten.
Anmerkungen:
„Wörsich“ ist bairisch für Wirsing (österreichisch häufig schlicht „Kohl“); die Schreib- und Namensvarianten Wirsching/Wirsing/Wirz sind lexikalisch belegt. Das Formen kleiner Gemüse-„Würstlein“ aus Wirsing, Semmelbröseln, Ei und Butter gehört zur historischen Kroketten-/Fritter-Tradition des 18./19. Jahrhunderts., bei der längliche, paniert oder in Fett gebackene Massen als Beilage serviert wurden.
Typische Würzung ist Muskatnuss zu Kohl- und Knödelgerichten; Wirsinggemüse und Beilagen der Wiener/bayerischen Küche werden bis heute klassisch damit abgeschmeckt.
Typische Würzung ist Muskatnuss zu Kohl- und Knödelgerichten; Wirsinggemüse und Beilagen der Wiener/bayerischen Küche werden bis heute klassisch damit abgeschmeckt.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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