Türkische Chockolad-Dreme
Türkische Schokoladen-Creme
das original Rezept
Man nimt 1⁄2 Pf fein geriebener Chockolade mit 1 Qu. süßen Rahm schlägt in einen Topf 12 Eidotter, rührt sie mit etwas lauwarmer Milch ab, u. gießt dan unter beständigenrühren die kochende Chockolade zu den Eiern, so wird es ein dücker Schaum, welchen man auf eine Assiette gießt und kalt zur Tafel giebt, man basirt den Crem durch ein Haarsiebzu 5 Täffl Chockolade 1 Mß Rahm, Zucker u. Zimt 8 Eidotter.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 1 l Schlagsahne
- 240-280 g Zartbitterschokolade 60-70 % Kakao
- 8-12 Eigelb Variante A
- 60-100 g Zucker Variante B
- 1 Prise Zimt
- 50 ml Milch
- 1 Prise Salz
Zubereitung:
- Schokolade lösen: Sahne mit Zucker (und optional Zimt) erhitzen, nicht kochen. Vom Herd ziehen, gehackte Schokolade zugeben und glatt rühren.
- Eigelb anrühren: Eigelb mit lauwarmer Milch und 1 Prise Salz glattrühren.
- Temperieren & zur Nappé kochen: Etwas heiße Schokosahne unter die Eigelbe rühren (temperieren), dann alles zurück in den Topf geben und unter ständigem Rühren bei 82–84 °C zur nappierenden Creme angaren (darf nicht kochen).
- Passieren & kühlen: Sofort durch ein Sieb in eine Schüssel streichen (Original: „basiert“), über Eiswasser rühren, bis die Creme lauwarm ist.
- Anrichten wie im Original: Die Creme flach auf eine tiefe Platte gießen, vollständig kalt stellen (3–4 Stunden). Sie bleibt löffelzart (ohne Gelatine), kein Schnittdessert.
- Servieren: pur oder mit leicht geschlagener Sahne, Orangenzesten oder Biskuit.
Anmerkungen:
Sehr reichhaltig (Original A): 12 Eigelbe verwenden; Zucker moderat (30–60 g).
Variante B – zimtige Note: 8 Eigelbe + 1 L Sahne + 240–280 g Schokolade + 80–100 g Zucker + 1 gute Prise Zimt.
Die Zubereitung entspricht einer Schokoladen-Crème anglaise (Eigelb-gebundene Rahmcreme), die kalt serviert wird. Fachquellen empfehlen max. 82–84 °C, damit die Eigelbe nicht gerinnen; genau das verlangen historische Rezepte implizit durch „nicht kochen“.
Zum Namen „türkisch“: Der Zusatz findet sich im 19. Jahrhundert öfter als Modebezeichnung für süße, „exotisch“ wahrgenommene Cremes und Mousse-Gerichte; ein direkter Bezug zur osmanischen Küche ist nicht zwingend.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
Fotos unserer Hobbyköche:
Zeig uns, wie Du dieses Gericht nachgekocht hast!
Du musst angemeldet sein, um Fotos hochladen zu können. Anmelden


