Semel-Pudding

Semmelpudding mit Weinsauce 

das original Rezept

4 Mundsemel werden abgerieben u. kalte Milch geweicht,
1⁄4 Pf Butter recht flaumig abgerührt nach u. nach 9 Eierdotter 
darunter gerührt 1 Zittron wird abgerieben Zucker nach 
gutdenken 4 Lth. Weinbeer mit etwas fein gestoßenen
Mandeln, die Semeln werden gut ausgedrückt darunter 
gerührt, u. die Maße in einen Puding-Form welcher
gut mit Butter beschmiert u. ausgebröselt ist gefüllt
u. gleich in’s kochende Wasser gestellt 1. Stunde kochen 
laßen. Man kann eine Weinsoß darüber geben
zu 3 Quart Wein und 12-15 Eierdotter.

das heutige Rezept

Menge:
6 Portionen
Zubereitung:
30 Minuten
Kochzeit:
1 Stunde

Zutaten:

  • 4 alte Semmeln
  • Milch zum Einweichen, kalt
  • 140 g Butter
  • 9 Eigelb
  • 1 Bio-Zitrone Abrieb
  • 80-120 g Zucker
  • 70 g Rosinen im Rum oder Wein eingeweicht, danach mit Mehl bestäubt
  • 50 g Mandeln fein gemahlen
  • Butter für die Form
  • Semmelbrösel für die Form

Zubereitung:

  • Form & Wasserbad: Puddingform gründlich buttern und ausbröseln. Einen großen Topf mit Wasser vorbereiten (Wasserstand etwa bis zur halben Höhe der Form), zum Kochen bringen.
  • Semmeln einweichen: Semmeln in kalter Milch vollständig weich werden lassen, dann gut ausdrücken.
  • Butterabtrieb: Butter sehr cremig schlagen, nach und nach die 9 Eigelb einrühren. Zitronenabrieb und Zucker zugeben.
  • Masse fertigstellen: Ausgedrückte Semmeln, Rosinen und Mandeln unterheben, bis eine gleichmäßige, formbare Masse entsteht. In die vorbereitete Form füllen, gut andrücken und verschließen (oder dicht mit Folie abdecken).
  • Garen: Die Form sofort ins kochende Wasser stellen, Hitze reduzieren und 1 Stunde sanft sieden (Wasser nur leise blubbern lassen).
  • Servieren: Form herausheben, 10 Minuten ruhen lassen, stürzen. Nach Wunsch mit Weinschaum-Sauce servieren (siehe unten).
  • Weinschaum-Sauce: (moderne, kleinere Menge)
    375 ml trockener Weißwein, 100–120 g Zucker, 6 Eigelb. Alles über dem nicht kochenden Wasserbad dick-schaumig schlagen, sofort zum Pudding reichen.

Anmerkungen:

„Weinbeer“ bezeichnet schlicht die Beeren der Weinrebe; Rosinen sind die getrockneten Weinbeeren – die im Rezept genannten „4 Loth Weinbeer“ entsprechen hier also Rosinen. 
Der Begriff Pudding meinte im 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum traditionell in der Form im Wasserbad gegarte Massen (oft mit Dotter/Eischnee gelockert) – genau wie hier; erst später setzte sich der stärkegebundene „Milchpudding“ als Alltagsbedeutung durch. 
Semmel-Puddings gehören zur bürgerlichen Mehlspeisentradition, in der eingeschnittene/gewässerte Semmeln, Rosinen und Mandeln typische Zutaten sind; die dazu gereichte Weinschaum-Sauce entspricht einer klassischen Zabaglione/Sabayon-Art. 

Semel-Pudding

Semmelpudding mit Weinsauce 

das original Rezept


4 Mundsemel werden abgerieben u. kalte Milch geweicht,
1⁄4 Pf Butter recht flaumig abgerührt nach u. nach 9 Eierdotter 
darunter gerührt 1 Zittron wird abgerieben Zucker nach 
gutdenken 4 Lth. Weinbeer mit etwas fein gestoßenen
Mandeln, die Semeln werden gut ausgedrückt darunter 
gerührt, u. die Maße in einen Puding-Form welcher
gut mit Butter beschmiert u. ausgebröselt ist gefüllt
u. gleich in’s kochende Wasser gestellt 1. Stunde kochen 
laßen. Man kann eine Weinsoß darüber geben
zu 3 Quart Wein und 12-15 Eierdotter.

das heutige Rezept

Menge:
6 Portionen
Zubereitung:
30 Minuten
Kochzeit:
1 Stunde

Zutaten:

  • 4 alte Semmeln
  • Milch zum Einweichen, kalt
  • 140 g Butter
  • 9 Eigelb
  • 1 Bio-Zitrone Abrieb
  • 80-120 g Zucker
  • 70 g Rosinen im Rum oder Wein eingeweicht, danach mit Mehl bestäubt
  • 50 g Mandeln fein gemahlen
  • Butter für die Form
  • Semmelbrösel für die Form

Zubereitung:

  • Form & Wasserbad: Puddingform gründlich buttern und ausbröseln. Einen großen Topf mit Wasser vorbereiten (Wasserstand etwa bis zur halben Höhe der Form), zum Kochen bringen.
  • Semmeln einweichen: Semmeln in kalter Milch vollständig weich werden lassen, dann gut ausdrücken.
  • Butterabtrieb: Butter sehr cremig schlagen, nach und nach die 9 Eigelb einrühren. Zitronenabrieb und Zucker zugeben.
  • Masse fertigstellen: Ausgedrückte Semmeln, Rosinen und Mandeln unterheben, bis eine gleichmäßige, formbare Masse entsteht. In die vorbereitete Form füllen, gut andrücken und verschließen (oder dicht mit Folie abdecken).
  • Garen: Die Form sofort ins kochende Wasser stellen, Hitze reduzieren und 1 Stunde sanft sieden (Wasser nur leise blubbern lassen).
  • Servieren: Form herausheben, 10 Minuten ruhen lassen, stürzen. Nach Wunsch mit Weinschaum-Sauce servieren (siehe unten).
  • Weinschaum-Sauce: (moderne, kleinere Menge)
    375 ml trockener Weißwein, 100–120 g Zucker, 6 Eigelb. Alles über dem nicht kochenden Wasserbad dick-schaumig schlagen, sofort zum Pudding reichen.

Anmerkungen:

„Weinbeer“ bezeichnet schlicht die Beeren der Weinrebe; Rosinen sind die getrockneten Weinbeeren – die im Rezept genannten „4 Loth Weinbeer“ entsprechen hier also Rosinen. 
Der Begriff Pudding meinte im 19. Jahrhundert im deutschen Sprachraum traditionell in der Form im Wasserbad gegarte Massen (oft mit Dotter/Eischnee gelockert) – genau wie hier; erst später setzte sich der stärkegebundene „Milchpudding“ als Alltagsbedeutung durch. 
Semmel-Puddings gehören zur bürgerlichen Mehlspeisentradition, in der eingeschnittene/gewässerte Semmeln, Rosinen und Mandeln typische Zutaten sind; die dazu gereichte Weinschaum-Sauce entspricht einer klassischen Zabaglione/Sabayon-Art. 

Quelle:

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof. Ein Freisinger Kochbuch."
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus der Zeit, als der „Sporrerbräu“ einer der bedeutendsten Wirtshöfe der Stadt war. Im Jahr 2025 wurde es neu veröffentlicht - mit Übersetzung in heute verständliche Rezepte. (hier erhältlich: aus dem Hinterland)

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)

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