Salz-Stängerl
Salz-Kümmelstangerl
das original Rezept
1⁄4 Pf Mehl wird auf das Nudlbrett genommen, 3 schwache Lth. Butter, dieses wird gehörig gesalzen mit etwas Waßer ein nicht zu fester Teig gemacht, Stängerl Bleistift artig ge- formt mit Eigelb bestrichen mit Salz u. Kimm bestreutu. im Rohr bei gelinder Hitze gebacken.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 140 g Mehl
- 50 g Butter
- 60-80 ml Wasser kalt, nur so viel, bis der Teig weich aber formbar ist
- 1 Prise Salz
- 1 Eigelb zum Bestreichen
- grobes Salz zum Bestreuen
- Kümmel zum Bestreuen
Zubereitung:
- Teig anrühren: Mehl und Salz mischen. Butter in kleinen Stücken rasch einbröseln. Wasser nach und nach zugeben, bis ein weicher, nicht klebriger Teig entsteht. Kurz kneten (nur bis glatt), 10 Minuten ruhen lassen.
- Formen: Teig in 25–30 Stücke teilen und bleistiftdick zu Stangen (12–14 cm) rollen. Aufs Blech legen. Mit Eigelb bestreichen, mit groben Salzflocken und Kümmel bestreuen.
- Backen: Bei 175–180 °C Ober-/Unterhitze 14–18 Minuten backen, bis die Stängerl goldgelb und knusprig sind. Auf einem Gitter abkühlen lassen.
- Servieren & Aufbewahren: Als salziger Snack zu Bier/Wein, Suppen oder Salaten. Luftdicht trocken gelagert bleiben sie mehrere Tage knusprig.
Anmerkungen:
Nicht zu verwechseln mit „Salzstangerl“: Das Wiener/österreichische Salzstangerl ist ein Hefe-Brötchen (aus Semmelteig) mit Salz & Kümmel; dieses Rezept hier ergibt knusprige Stäbchen ohne Hefe. Die dünnen, bleistiftdicke Stäbchen erinnern auch an italienische Grissini, die historisch im 17. Jahrhundert im Raum Turin verankert sind. Kümmel (Carum carvi) ist klassisch in der mitteleuropäischen Küche – u. a. zu Schweinsbraten und Kraut – und passt deshalb stiltreu als Topping.
Heute praktisch:
Knuspriger wird’s, wenn du die Stängerl nach dem Backen noch 5–10 Minuten bei 80–90 °C nachtrocknen lässt.
Für mehr Kruste kannst du die Stängerl vor dem Bestreichen kurz anfrieren (10 Minuten).
Gewürz-Varianten: Mohn, Sesam oder Paprika – historisch bleibt Kümmel die erste Wahl.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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