Gesulzter Salat mit Karthoffl

Kartoffelsalat in Aspik

das original Rezept

Eine gute Maaße wird weich gekocht, weil bei der bereitung 
viele Abfälle entstehen, während des auskühlens wird eine 
glatte Form Messerrücken dück mit heller Fleischsupp 
aufgegoßen u. zum sulzen kalt gestellt, die Karthoffl
werden nun geschältt einige davon sehr fein blättrig ge- 
schnitten auf diesen Blättern wird eine zierliche Zeichnung 
ausgestochen u. schön über die Sulz in den Form auf- 
getragen, diese Zeichnung wird erst mit zerlaßenenen
Asbick bespritzt u sulzen laßen damit sie überall
anklebt, dan 2 Messerrücken hoch mit Sulz oder Asbick über- 
goßen u. kalt gestellt. Unterdeßen werden die übrigen
Karthoffl geschält u auf gleiche Fingerdicke blätter geschnitten
u. diese Blätter mit einen kleinen Ausstecher auf kleine
Rübchen ausgestochen, wen nun das Asbick gesulzt ist, so werden 
die Rübchen mit einer Dreßsirnadl in zerlaßenes Aspick
getaucht, u. eines an das andere um den Model Rand des
Forms gestelt die zweite Reihe wird so gestelt das jedes
auf zwei unteren zu stehen kommt dieses so fort gemacht
bis die Wände des Forms voll sind, welches mit Genauig-
keit geschehen u. besonders auf die gleiche Höhe der Reihen 
gesehen werden muß, damit das ganze den gehörigen
Effeckt hervorbringe, jetzt werden so viele dünnblättrige
Karthoffel als der Form faßen kann als Salat angemacht.
Es wird nämlich auf eine Mß. derlei geschnitten Kartoffl
mit 8 Eßlöffel voll des feinsten Öhl’s u. 4 Löffl sehr starken 
Bertrameßig, 6 Löffl zerlaßenes Aspick gemischt mit
1⁄2 Löffl sehr fein gewiegten Bertram ebenso viel
Körblkraut u. so viel feiner Schalloten, nebst Salz u.
weißen Pfeffer dan behutsam u. anhaltent geschwungen
bis alles gut durch einander gemengt ist, das schwingen wird
das schwingen wird an einen kalten Ort öfters wiederholt
bis die Mischung sulzend verdicket. Mit diesem Salat
wird der Modl angefüllt u. zum sulzen auf’s Eis
gestelt, die Oberfläche wird wen das ganze schon einiger 
Maaßen gesulzt ist noch besonders mit zerlaßenen Aspick 
begoßen, bei dem Anrichten wird der Modl in warmes 
Waßer getaucht schnell abgetrocknet in die gehörige 
Schüßl gestürtzt u. behutsam aufgehoben.

das heutige Rezept

Menge:
4 Personen
Zubereitung:
45 Minuten
Kochzeit:
30 Minuten

Zutaten:

  • 1,5 kg Kartoffeln festkochend
  • 500 ml Helle Fleischbrühe
  • 10 g Gelatine für den Aspik, nicht im Original
  • 8 EL Olivenöl
  • 4 EL Weißweinessig
  • 6 EL flüssiger Aspik
  • 1/2 TL Estragon
  • 1/2 TL Kerbel
  • 1/2 TL Schalotten
  • Salz
  • weißer Pfeffer

Zubereitung:

  • Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln weich kochen, abkühlen lassen und schälen.
  • Aspik vorbereiten: Die Fleischbrühe erhitzen, Gelatine darin auflösen und in eine glatte Form gießen. Kalt stellen, bis der Aspik fest ist.
  • Kartoffeln für Dekoration schneiden: Einige Kartoffeln in sehr dünne Scheiben schneiden. Aus diesen Scheiben mit einem kleinen Ausstecher zierliche Muster (z. B. Blumen oder Sterne) ausstechen. Die Muster auf den festen Aspik in der Form anordnen, mit flüssigem Aspik bespritzen und fest werden lassen. Eine weitere Schicht flüssigen Aspik darüber gießen und erneut kalt stellen.
  • Kartoffelrübchen formen: Die restlichen Kartoffeln in gleichmäßig dicke Scheiben schneiden und mit einem kleinen Ausstecher in runde „Rübchen“ formen. Jedes Rübchen in flüssigen Aspik tauchen und um den Rand der Form legen, Reihe für Reihe, sodass jedes Rübchen auf zwei unteren steht, bis die Wände der Form voll sind. 
  • Kartoffelsalat zubereiten: Die verbleibenden Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden. In einer Schüssel mit Olivenöl, Weißweinessig, flüssigem Aspik, gehacktem Estragon, Kerbel, Schalotten, Salz und weißem Pfeffer mischen. Die Masse behutsam und wiederholt schwenken, bis alles gut vermengt ist. An einem kühlen Ort öfters umrühren.
  • Anrichten: Den Kartoffelsalat in die Form mit dem Aspik füllen und kalt stellen, bis alles fest ist. Die Form stürzen und den Salat auf eine Platte geben.

Anmerkungen:

„Asbick“ ist die damalige Schreibweise von Aspik; kunstvoll gemodelte Salate in Aspik waren ein Markenzeichen der Haute Cuisine des 19. Jahrhunderts (Carême/chaudfroid), bei denen Schichten und Einlagen dekorativ im Gelee fixiert wurden.
Die minutiös beschriebene Zierarbeit – ausgestochene Kartoffel-„Rübchen“, die rundum in den Formrand „gesetzt“ werden – entspricht den zeittypischen Garnierpraktiken mit speziellen Garnierhilfen (Dressier-/Spicknadeln) für kalte Platten und Aspikformen.
Gelierte Flüssigkeiten (Aspik, Agar-Agar, Gellan etc.), die erstarrt aufgerührt werden, ergeben ein cremig-weiches Mundgefühl.

Gesulzter Salat mit Karthoffl

Kartoffelsalat in Aspik

das original Rezept


Eine gute Maaße wird weich gekocht, weil bei der bereitung 
viele Abfälle entstehen, während des auskühlens wird eine 
glatte Form Messerrücken dück mit heller Fleischsupp 
aufgegoßen u. zum sulzen kalt gestellt, die Karthoffl
werden nun geschältt einige davon sehr fein blättrig ge- 
schnitten auf diesen Blättern wird eine zierliche Zeichnung 
ausgestochen u. schön über die Sulz in den Form auf- 
getragen, diese Zeichnung wird erst mit zerlaßenenen
Asbick bespritzt u sulzen laßen damit sie überall
anklebt, dan 2 Messerrücken hoch mit Sulz oder Asbick über- 
goßen u. kalt gestellt. Unterdeßen werden die übrigen
Karthoffl geschält u auf gleiche Fingerdicke blätter geschnitten
u. diese Blätter mit einen kleinen Ausstecher auf kleine
Rübchen ausgestochen, wen nun das Asbick gesulzt ist, so werden 
die Rübchen mit einer Dreßsirnadl in zerlaßenes Aspick
getaucht, u. eines an das andere um den Model Rand des
Forms gestelt die zweite Reihe wird so gestelt das jedes
auf zwei unteren zu stehen kommt dieses so fort gemacht
bis die Wände des Forms voll sind, welches mit Genauig-
keit geschehen u. besonders auf die gleiche Höhe der Reihen 
gesehen werden muß, damit das ganze den gehörigen
Effeckt hervorbringe, jetzt werden so viele dünnblättrige
Karthoffel als der Form faßen kann als Salat angemacht.
Es wird nämlich auf eine Mß. derlei geschnitten Kartoffl
mit 8 Eßlöffel voll des feinsten Öhl’s u. 4 Löffl sehr starken 
Bertrameßig, 6 Löffl zerlaßenes Aspick gemischt mit
1⁄2 Löffl sehr fein gewiegten Bertram ebenso viel
Körblkraut u. so viel feiner Schalloten, nebst Salz u.
weißen Pfeffer dan behutsam u. anhaltent geschwungen
bis alles gut durch einander gemengt ist, das schwingen wird
das schwingen wird an einen kalten Ort öfters wiederholt
bis die Mischung sulzend verdicket. Mit diesem Salat
wird der Modl angefüllt u. zum sulzen auf’s Eis
gestelt, die Oberfläche wird wen das ganze schon einiger 
Maaßen gesulzt ist noch besonders mit zerlaßenen Aspick 
begoßen, bei dem Anrichten wird der Modl in warmes 
Waßer getaucht schnell abgetrocknet in die gehörige 
Schüßl gestürtzt u. behutsam aufgehoben.

das heutige Rezept

Menge:
4 Personen
Zubereitung:
45 Minuten
Kochzeit:
30 Minuten

Zutaten:

  • 1,5 kg Kartoffeln festkochend
  • 500 ml Helle Fleischbrühe
  • 10 g Gelatine für den Aspik, nicht im Original
  • 8 EL Olivenöl
  • 4 EL Weißweinessig
  • 6 EL flüssiger Aspik
  • 1/2 TL Estragon
  • 1/2 TL Kerbel
  • 1/2 TL Schalotten
  • Salz
  • weißer Pfeffer

Zubereitung:

  • Kartoffeln kochen: Die Kartoffeln weich kochen, abkühlen lassen und schälen.
  • Aspik vorbereiten: Die Fleischbrühe erhitzen, Gelatine darin auflösen und in eine glatte Form gießen. Kalt stellen, bis der Aspik fest ist.
  • Kartoffeln für Dekoration schneiden: Einige Kartoffeln in sehr dünne Scheiben schneiden. Aus diesen Scheiben mit einem kleinen Ausstecher zierliche Muster (z. B. Blumen oder Sterne) ausstechen. Die Muster auf den festen Aspik in der Form anordnen, mit flüssigem Aspik bespritzen und fest werden lassen. Eine weitere Schicht flüssigen Aspik darüber gießen und erneut kalt stellen.
  • Kartoffelrübchen formen: Die restlichen Kartoffeln in gleichmäßig dicke Scheiben schneiden und mit einem kleinen Ausstecher in runde „Rübchen“ formen. Jedes Rübchen in flüssigen Aspik tauchen und um den Rand der Form legen, Reihe für Reihe, sodass jedes Rübchen auf zwei unteren steht, bis die Wände der Form voll sind. 
  • Kartoffelsalat zubereiten: Die verbleibenden Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden. In einer Schüssel mit Olivenöl, Weißweinessig, flüssigem Aspik, gehacktem Estragon, Kerbel, Schalotten, Salz und weißem Pfeffer mischen. Die Masse behutsam und wiederholt schwenken, bis alles gut vermengt ist. An einem kühlen Ort öfters umrühren.
  • Anrichten: Den Kartoffelsalat in die Form mit dem Aspik füllen und kalt stellen, bis alles fest ist. Die Form stürzen und den Salat auf eine Platte geben.

Anmerkungen:

„Asbick“ ist die damalige Schreibweise von Aspik; kunstvoll gemodelte Salate in Aspik waren ein Markenzeichen der Haute Cuisine des 19. Jahrhunderts (Carême/chaudfroid), bei denen Schichten und Einlagen dekorativ im Gelee fixiert wurden.
Die minutiös beschriebene Zierarbeit – ausgestochene Kartoffel-„Rübchen“, die rundum in den Formrand „gesetzt“ werden – entspricht den zeittypischen Garnierpraktiken mit speziellen Garnierhilfen (Dressier-/Spicknadeln) für kalte Platten und Aspikformen.
Gelierte Flüssigkeiten (Aspik, Agar-Agar, Gellan etc.), die erstarrt aufgerührt werden, ergeben ein cremig-weiches Mundgefühl.

Quelle:

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof. Ein Freisinger Kochbuch."
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus der Zeit, als der „Sporrerbräu“ einer der bedeutendsten Wirtshöfe der Stadt war. Im Jahr 2025 wurde es neu veröffentlicht - mit Übersetzung in heute verständliche Rezepte. (hier erhältlich: aus dem Hinterland)

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)

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