Gestürtzter Reis

Bayerische Reiscreme

das original Rezept

4 Lth. Reis werden in 1⁄2 Mß. Milch weich gekocht mit
etwas Zucker dan ausgekühlt, ein Kalbsstand wird mit 4 Eßlöffl
voll Milch angerührt 6 Lth. Zucker 1 Qu. Rahm gerührt bis es 
anfangt zu stocken dan kommt 1⁄2 Mß. Rahm Schnee darunter, fülle 
ihn in einen beliebigen Form, auf’s Eis gestellt u. gestürtzt.

das heutige Rezept

Menge:
8 Personen
Zubereitung:
30 Minuten
Kochzeit:
30 Minuten

Zutaten:

Reisgrundlage:
  • 70 g Rundkornreis
  • 500 ml Milch
  • 30-40 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • Zitronenschale 1 Streifen, optional
Cremebasis & Finish:
  • 250 ml Schlagsahne
  • 100-110 g Zucker
  • 10-12 g Gelatine
  • 4 EL Milch zum Quellen der Gelatine
  • 500 ml Schlagsahne sehr kalt, halbfest aufgeschlagen

Zubereitung:

  • Reis kochen & abkühlen: Milch mit Zucker, Salz (und optional Zitronenschale) aufkochen. Reis einstreuen, auf kleine Hitze stellen und unter gelegentlichem Rühren 20–25 Minuten weich, aber nicht matschig garen. In eine Schüssel umfüllen, Zitronenschale entfernen und komplett abkühlen lassen.
  • Gelatine quellen & Cremebasis anrühren: Gelatine in 4 EL kalter Milch 5–10 Minuten quellen lassen. 250 ml Sahne mit 100–110 g Zucker sanft erwärmen, bis sich der Zucker löst (nicht kochen). Gequollene Gelatine darin bei niedriger Hitze auflösen. Vom Herd nehmen und unter gelegentlichem Rühren abkühlen lassen, bis die Mischung sirupartig wird (beginnt zu gelieren).
  • Mischen & auflockern: Die lauwarm gelierende Cremebasis gründlich mit dem kalten Reis vermengen. Dann die halbfest geschlagene Sahne in 2–3 Portionen vorsichtig unterheben.
  • Füllen & kühlen: Eine glatte Form (z.B. 1-l-Napfkuchen- oder Puddingform) kalt ausspülen. Masse einfüllen, Oberfläche glätten, abdecken und 4–6 Stunden (besser über Nacht) kalt stellen, bis die Creme standfest ist.
  • Stürzen & servieren: Form kurz in handwarmes Wasser tauchen, abtrocknen und die Creme auf eine Platte stürzen. Pur oder mit beerigem Kompott, eingekochten Aprikosen oder einer leichten Fruchtsauce servieren.

Anmerkungen:

Hinweis zur Gelatinemenge: 10 g ergeben eine weich wackelnde, 12 g eine schnittfeste, sicher stürzbare Konsistenz. 
Was bedeutet „Kalbsstand“? In historischen Rezepten steht das für gelierende Substanz aus Kalbsmaterial. Man kochte Kalbsfüße aus, gewann so Kollagen/Gelatine und band damit Cremes oder Sülzen – funktional identisch zur heutigen Speisegelatine. 
Verwandtschaft zur Bayerischen Creme: Technisch ist das Gericht eine Bavaroise mit Reis: Eigelb entfällt hier, aber Prinzip bleibt – gelierte Milch/Sahne, später mit geschlagener Sahne („Rahmschnee“) aufgelockert und gestürzt serviert. Vgl. Bayerische Creme (Milch/Eigelb/Zucker + Gelatine + Schlagsahne). 
Servierideen: Mit Kirsch-, Beeren- oder Aprikosenspiegel, gerösteten Mandeln oder etwas Zitronenabrieb. Für „extra altbairisch“ passt ein Klecks eingekochte Ribisel-(Johannisbeer-)Marmelade.

Gestürtzter Reis

Bayerische Reiscreme

das original Rezept


4 Lth. Reis werden in 1⁄2 Mß. Milch weich gekocht mit
etwas Zucker dan ausgekühlt, ein Kalbsstand wird mit 4 Eßlöffl
voll Milch angerührt 6 Lth. Zucker 1 Qu. Rahm gerührt bis es 
anfangt zu stocken dan kommt 1⁄2 Mß. Rahm Schnee darunter, fülle 
ihn in einen beliebigen Form, auf’s Eis gestellt u. gestürtzt.

das heutige Rezept

Menge:
8 Personen
Zubereitung:
30 Minuten
Kochzeit:
30 Minuten

Zutaten:

Reisgrundlage:
  • 70 g Rundkornreis
  • 500 ml Milch
  • 30-40 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • Zitronenschale 1 Streifen, optional
Cremebasis & Finish:
  • 250 ml Schlagsahne
  • 100-110 g Zucker
  • 10-12 g Gelatine
  • 4 EL Milch zum Quellen der Gelatine
  • 500 ml Schlagsahne sehr kalt, halbfest aufgeschlagen

Zubereitung:

  • Reis kochen & abkühlen: Milch mit Zucker, Salz (und optional Zitronenschale) aufkochen. Reis einstreuen, auf kleine Hitze stellen und unter gelegentlichem Rühren 20–25 Minuten weich, aber nicht matschig garen. In eine Schüssel umfüllen, Zitronenschale entfernen und komplett abkühlen lassen.
  • Gelatine quellen & Cremebasis anrühren: Gelatine in 4 EL kalter Milch 5–10 Minuten quellen lassen. 250 ml Sahne mit 100–110 g Zucker sanft erwärmen, bis sich der Zucker löst (nicht kochen). Gequollene Gelatine darin bei niedriger Hitze auflösen. Vom Herd nehmen und unter gelegentlichem Rühren abkühlen lassen, bis die Mischung sirupartig wird (beginnt zu gelieren).
  • Mischen & auflockern: Die lauwarm gelierende Cremebasis gründlich mit dem kalten Reis vermengen. Dann die halbfest geschlagene Sahne in 2–3 Portionen vorsichtig unterheben.
  • Füllen & kühlen: Eine glatte Form (z.B. 1-l-Napfkuchen- oder Puddingform) kalt ausspülen. Masse einfüllen, Oberfläche glätten, abdecken und 4–6 Stunden (besser über Nacht) kalt stellen, bis die Creme standfest ist.
  • Stürzen & servieren: Form kurz in handwarmes Wasser tauchen, abtrocknen und die Creme auf eine Platte stürzen. Pur oder mit beerigem Kompott, eingekochten Aprikosen oder einer leichten Fruchtsauce servieren.

Anmerkungen:

Hinweis zur Gelatinemenge: 10 g ergeben eine weich wackelnde, 12 g eine schnittfeste, sicher stürzbare Konsistenz. 
Was bedeutet „Kalbsstand“? In historischen Rezepten steht das für gelierende Substanz aus Kalbsmaterial. Man kochte Kalbsfüße aus, gewann so Kollagen/Gelatine und band damit Cremes oder Sülzen – funktional identisch zur heutigen Speisegelatine. 
Verwandtschaft zur Bayerischen Creme: Technisch ist das Gericht eine Bavaroise mit Reis: Eigelb entfällt hier, aber Prinzip bleibt – gelierte Milch/Sahne, später mit geschlagener Sahne („Rahmschnee“) aufgelockert und gestürzt serviert. Vgl. Bayerische Creme (Milch/Eigelb/Zucker + Gelatine + Schlagsahne). 
Servierideen: Mit Kirsch-, Beeren- oder Aprikosenspiegel, gerösteten Mandeln oder etwas Zitronenabrieb. Für „extra altbairisch“ passt ein Klecks eingekochte Ribisel-(Johannisbeer-)Marmelade.

Quelle:

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof. Ein Freisinger Kochbuch."
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus der Zeit, als der „Sporrerbräu“ einer der bedeutendsten Wirtshöfe der Stadt war. Im Jahr 2025 wurde es neu veröffentlicht - mit Übersetzung in heute verständliche Rezepte. (hier erhältlich: aus dem Hinterland)

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)

Fotos unserer Hobbyköche:

Zeig uns, wie Du dieses Gericht nachgekocht hast!

Du musst angemeldet sein, um Fotos hochladen zu können. Anmelden

0 Kommentare
meist bewertet
neu alt
Inline Feedbacks
Alle Anmerkungen zeigen
0
Wir würden gerne deine Anmerkungen wissen. Kommentiere doch!x