Eier-Strudl
Krebs-Palatschinkenroulade
das original Rezept
Man backt Eierflädlen, siedet 3 Eier hart u. wiegt sie ganz klein salzt sie gehörig wiegt Krebsschweifchen oder Schannpinion darunter gibt ein wenig sauren Rahm daran u. fühlt die Flädchen damit, rollt sie zusammen bestreicht eine gehörige Schüßl mit Butter legt sie darauf gießt sauren Rahm darüber u. läßt sie im Rohr schön gelb backen.
das heutige Rezept
Zutaten:
Palatschinken:
- 4 Eier
- 300 ml Milch
- 120 g Weizenmehl
- 1 Prise Salz
- Butterschmalz
Fülle (Variante mit Champignons):
- 3 Eier
- 250 g Champignons
- 1 kl. Schalotte
- 1-2 EL Butter
- 150 g Sauerrahm
- 1-2 EL Petersilie
- Salz
- Pfeffer
- Muskat
Fülle (Variante mit Krebsen und Ei):
- 180-200 g Krebsschwänze
- Rest wie oben
zum Überbacken:
- 150-200 g Sauerrahm
Zubereitung:
- Palatschinken ausbacken: Milch, Mehl, Eier und Salz zu einem glatten, dünnflüssigen Teig rühren (10 Minuten quellen lassen). In wenig Butter/Schmalz 6 sehr dünne Palatschinken hell ausbacken und abkühlen lassen.
- Fülle zubereiten: Schalotte in Butter anschwitzen, Champignons 2–3 Minuten mitdünsten, abkühlen lassen. Mit gehackten Eiern, Petersilie und Sauerrahm mischen, kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.Historische Variante: Pilze durch Krebsschwänze ersetzen; bei Bedarf 1 TL Zitronensaft zugeben.
- Rollen & Einschichten: Form buttern. Jeden Palatschinken dünn mit Fülle bestreichen, straff aufrollen, nebeneinander in die Form legen. Mit Sauerrahm (und optional Käse/Bröseln) bestreichen.
- Überbacken: Bei 180 °C Ober-/Unterhitze 18–22 Minuten goldgelb backen. 5 Minuten ruhen lassen, dann in Stücke schneiden.
- Servieren: Heiß mit grünem Salat; wer’s klassisch mag, reicht flüssige Butter oder ein paar Tropfen Zitronensaft (Variante mit Krebsen).
Anmerkungen:
Palatschinken sind seit dem 19. Jahrhundert fester Teil der Wiener Küche; als herzhafte Hauptspeise werden sie gern gefüllt und überbacken. Flusskrebse waren bis ins späte 19. Jahrhundert. verbreitet und kulinarisch geschätzt; Bestände brachen später u.a. durch die Krebspest ein (eingeschleppter Erreger), weshalb heute oft auf Zucht-/Importkrebse oder Garnelen ausgewichen wird. Die Variante mit Pilzen ist heute verbreitet und regionaltypisch; mit Krebsen bleibt sie historisch authentisch, sofern nachhaltige Ware verfügbar ist.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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