Böhmische Brodsupp
Böhmische Brotsuppe
das original Rezept
Es werden Semeln so viel man braucht gewürfelt geschnitten, röstet dieselben Goldgelb in Schmalz läßt Sie abtropfen hernach nimt man Eier ungefähr zu 2 x Semmel 3 etwasSalz ein wenig Milch, kleppert alles gut ab schüttet esüber das Brod läßt es 1⁄2 Viertelstund stehen schmirtein Blech mit Butter schitte die Maaße hinein u. laßees im Rohr backen, wenn es fertig ist, stütze es aufein Brett schneide viereckige Stückchen davon, leg dieselben in die Suppschüßl u gieße beim Anrichten frische braune Supp darüber.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 4 Semmeln altbacken, oder ca. 200 g Weißbrot
- 3 EL Schmalz alternativ Butter oder Pflanzenöl
- 3 Eier
- 100 ml Milch
- Salz
- 1 EL Butter zum Einfetten des Blechs
- 500 ml kräftige Fleischbrühe
Zubereitung:
- Semmeln rösten: Die altbackenen Semmeln in kleine Würfel schneiden (ca. 1 cm groß). Das Schmalz in einer Pfanne erhitzen und die Semmelwürfel darin goldgelb rösten (ca. 5–7 Minuten), dabei gelegentlich wenden. Die gerösteten Würfel auf einem Tuch oder Sieb abtropfen lassen, um überschüssiges Fett zu entfernen, und in eine Schüssel geben.
- Eiermasse zubereiten: Die Eier in einer Schüssel mit der Milch und einer Prise Salz verquirlen, bis eine glatte Masse entsteht. Die Eiermilch über die gerösteten Semmelwürfel gießen und gut vermengen. Die Masse etwa 7–8 Minuten ruhen lassen, damit das Brot die Flüssigkeit aufsaugt.
- Backen: Ein Backblech mit Butter einfetten. Die Brot-Eiermasse gleichmäßig auf das Blech streichen (ca. 2–3 cm dick). Im vorgeheizten Ofen (ca. 180 °C, Ober-/Unterhitze) backen, bis die Masse fest und goldbraun ist (ca. 20–25 Minuten).
- Schneiden und anrichten: Das gebackene Brot aus dem Ofen nehmen und auf ein Schneidebrett stürzen. In viereckige Stücke (ca. 4–5 cm groß) schneiden. Die Stücke in eine Suppenschüssel legen. Die heiße braune Fleischbrühe darüber gießen und sofort servieren, damit die Brotstücke die Brühe aufsaugen, aber noch etwas Struktur behalten.
Anmerkungen:
„Böhmische Brotsuppe“ steht im Schnittfeld der böhmischen und oberbayerisch-österreichischen Brotsuppentradition: In Böhmen gilt chlebová polévka (Brotsuppe) als klassischer Alltagsteller; in Bayern/Österreich ist Brotsuppe/Panadelsuppe mit altbackenem Brot und Ei fest verankert. Auffällig an dem Rezept ist die gebackene Einlage, die anschließend mit brauner Suppe aufgegossen wird – das entspricht dem Prinzip von Suppenbiskuit/Schöberl (Biskuit, gebacken, dann in Rindsuppe serviert), wie es etwa in fränkischen Hochzeitssuppen und der Wiener Küche belegt ist. Gleichzeitig zeigen historische Hinweise, dass Brotsuppe nicht nur „Arme-Leute-Essen“ war: Sie erscheint auch in höfischen Kontexten und Festküchen, je nach Zutaten „veredelt“.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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