Bisquitt-Torte
mehlfreie Butter-Eiertorte
das original Rezept
1⁄2 Pf Zucker 10 Eidotter u. 1 ganzes Ei, Zittronsaft nach gut- denken werden recht schaumig gerührt das weiße zu Schnee geschlagen 1⁄2 Pf Butter wird auch dazu gerührt zuletztder Schnee darunter.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 280 g Zucker
- 10 Eigelb
- 1 Ei ganz
- 1/2-1 Zitrone, Saft
- 280 g Butter geschmolzen und lauwarm
- 10 Eiweiß steif geschlagen
Zubereitung:
- Form & Ofen: Springform buttern (Boden optional mit Papier auslegen). Backofen auf 165–170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Dottermasse: Zucker, 10 Eigelb und 1 ganzes Ei mit dem Zitronensaft 5–8 Minuten sehr hell und schaumig schlagen.
- Butter einarbeiten: Die lauwarm flüssige Butter in feinem Strahl unter Rühren zur Dottermasse geben, bis alles emulgiert.
- Schnee unterheben: 10 Eiweiß zu stabilem Schnee schlagen. Zunächst 1/3 zum Angleichen einrühren, dann den restlichen Schnee behutsam unterheben, damit die Masse luftig bleibt.
- Backen: In die Form füllen, Oberfläche glätten. 40–50 Minuten backen, bis die Mitte gerade eben setzt (Stäbchenprobe: feuchte Krümel okay). In der Form 15 Minuten ruhen lassen, dann ausformen und vollständig abkühlen.
- Servieren: Pur mit etwas Staubzucker – oder klassisch dünn mit weißem/gelbem „Eis“ (Zuckerguss) überziehen. Die Torte schneidet sich am besten raumtemperiert.
Anmerkungen:
Der Begriff „Bisquitt“ wurde im 19. Jahrhundert weiter gefasst als heute: Diese Version kommt ohne Mehl aus. Stand und Lockerung bringt allein der große Eianteil (viel Eischnee) in Kombination mit Zucker und Butter.
Die Textur liegt zwischen Biskuit und Rührkuchen, aber zarter und sehr saftig. Wichtig: Butter nur lauwarm einarbeiten und sanft backen („gelinde Hitze“), sonst fällt die Mitte leicht zusammen.
Wer eine deutlich leichtere Krume bevorzugt (moderne Interpretation), kann einen kleinen Teil der Butter (z. B. 50–80 g) weglassen – wäre aber nicht originalgetreu.
Passend zum Manuskript lässt sich die Torte mit Zitronen- oder Safran-Eis glasieren; beides ist dort als Variante überliefert.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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