Anis Bisquitt
luftiger Biskuit mit Anissamen
das original Rezept
Man nimmt 1⁄4 Pf Zucker 4 Eiergelb rührt es 1⁄2 St. gut ab dan kommt 1 Lth. Königsmehl dazu, rührt es noch ein wenig, das weiße zu Schnee geschlagen, rühre ihn leicht darunter, Anis nach Belieben, dan streicht man ein langes Blech mit Butter u. bestreut es mit Semelbrösl thue den Teig darauf u. backeihn aus dem Rohr.
das heutige Rezept
Zutaten:
- 140 g Zucker
- 4 Eier getrennt
- 15-20 g Speisestärke Kartoffel- oder Maisstärke
- 1-2 TL Anissamen nach Geschmack, leicht angestoßen
- 1 Prise Salz
- Butter fürs Blech
- Semmelbrösel fürs Blech, oder Backpapier
Zubereitung:
- Eigelbmasse: Eigelb mit Zucker 5–8 Minuten sehr hell und dickcremig schlagen.
- Stärke & Anis: Stärke mit einer Prise Salz mischen, sieben und kurz unter die Eigelbmasse rühren. Anissamen untermengen.
- Eischnee: Eiweiß zu stabilem Schnee schlagen. Zuerst ein Drittel unterrühren, dann den Rest vorsichtig unterheben, damit die Masse luftig bleibt.
- Backen: Backblech buttern und mit Bröseln ausstreuen (oder mit Backpapier belegen). Masse ca. 1 cm dick aufstreichen. Bei 180 °C Ober-/Unterhitze 10–14 Minuten backen, nur blass goldgelb.
- Servieren: Platte abkühlen lassen. Nach Wunsch zurechtschneiden, mit Marmelade bestreichen und zusammensetzen (wie Biskuitkapseln) oder schlicht mit Puderzucker servieren.
Anmerkungen:
Biskuit der Zeit wurde klassisch aus Eiern, Zucker und wenig Mehl/Stärke aufgebaut; Stärke sorgt für besonders zarte Krume – eine bis heute übliche Praxis.
Anis ist im deutschsprachigen Raum ein altes Backgewürz und wurde traditionell in Broten, Feingebäck und Festtagsgebäck verwendet.
Ein Anis-Biskuit passt gut in die bürgerlich Tradition des 19. Jahrhundert, in der leichte Biskuitmassen als Kapseln oder Böden dienten und mit Eingesottenem (Konfitüre) gefüllt wurden – eine Technik, die Konditoreien im süddeutsch-österreichischen Raum häufig nutzten.
Tipp: Wer stärkeres Anisaroma wünscht, die Samen kurz trocken rösten und grob anstoßen; alternativ 1–2 TL Anislikör (z. B. Pastis/Ouzo) sehr sparsam in die Eigelbmasse geben.
Quelle:
Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch "1867. Kochen im Hotel Bayerischer Hof".
Das handschriftliche Werk umfasst 288 Rezepte und gibt einen faszinierenden Einblick in die Esskultur des 19. Jahrhunderts. Es liegt im Original im Stadtarchiv Freising – ein Schatz aus einer vergangenen Zeit (mehr Infos...)
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