Ochsenzunge zählt im 19. Jahrhundert zur bürgerlichen Feinspeise in der deutsch-österreichischen Küche;
Standardwerke wie Henriette Davidis führen Zunge in mehreren Varianten, u. a. „Zunge als Beilage“ und „Zunge mit Sardellensauce“. Das hier verwendete Dünsten entspricht der klassischen, sanften Garmethode mit wenig Flüssigkeit in geschlossenem Geschirr – ideal für kollagenreiches Fleisch. Als Begleiter sind historisch weiße Saucen üblich, etwa Béchamel-Ableitungen oder Kapernsauce. In der oberbayerisch-wienerischen Wirtshaus- und Rindfleischküche (19. Jh.) hat Zunge ihren festen Platz – abgezogen, in Scheiben geschnittenen, mit Sauce serviert.