Fleischkuchen
Fleischkuchen mit Béchamelsauce
Der „Fleischkuchen“ entspricht dem im 19. Jahrhundert verbreiteten herzhaften Fleisch-Pudding/Timbale: fein zerhackter (gern übriggebliebener) Braten, mit Ei und Sauce gebunden, in einer Form im Wasserbad („im Dunst“) gegart – genau so führen Standardwerke der Zeit einen „englischen warmen Fleisch-Pudding“ und erläutern das Kochen von Puddings in Formen im Wasserbad.
Die Verwendung von Béchamelsauce zeigt den französischen Einfluss der bürgerlichen Küche jener Epoche; Béchamel gilt als Grundsauce und dient klassisch zum Binden und Überbacken/Überziehen.
Zugleich ist das Gericht ein Beispiel für die damals propagierte „zweckmäßige Verwendung der Reste“ – ein eigener Schwerpunkt in verbreiteten Haushalts- und Kochbüchern der Zeit.