„Hirnsuppe“ ist in Standardwerken des 19. Jahrhunderts belegt; bei Henriette Davidis erscheint sie ausdrücklich als eigenes Rezept im Suppen-Kanon der „gewöhnlichen und feineren Küche“. Das Durchstreichen durch sehr feine Siebe (Haarsieb) war eine typische Technik, um Suppen besonders glatt und sämig zu servieren. Heute ist vor allem Rinder-/Kalbshirn in der EU stark reglementiert: Als Specified Risk Material (SRM) muss es – je nach BSE-Status/Altersgrenzen – aus der Lebensmittelkette entfernt werden, weshalb solche Rezepte im Handel praktisch kaum mehr umzusetzen sind. Regional halten sich dennoch Traditionsrezepte (z. B. in Südtirol), die das historische Vorkommen im Alpenraum belegen.